Die Apfelmus-Gläser sind kühl verstaut und die Winteräpfel verdunkelt liegend. Zeit, über das Tiefe von Ernte nachzudenken, das sie jährlich und speziell im Herbst verschenkt. Mache ich einen Bogen meines Lebens und nenne einen wesentlichen Ernte-Aspekt, für den ich unfassbar dankbar bin, dann ist es, dass ich heute ein wundersam solides Wir um mich habe, das haltbar und tragfähig ist. Ein solches Wir kenne ich aus meiner Kindheit und Jugend. Meine Familie baute ein Wir, das so unerschütterlich war, dass wir es gar nicht merkten, wie nicht kaputtmachbar. Und sehe ich tiefer, was dieses Wir in erster Instanz baute, dann ist es Vertrauen. Vertrauen also. In der Familie war es das Grundmuster, die selbstverständliche Gangart, der alles entsprang. Mein Vater sagte zu mir, geh ich die Welt, wohin dein Herz dich lenkt. Und wenn du fällst, dann weißt du, wer dich auffängt in seinen Armen. Später dann außerhalb der Familie, lernte ich in der Folge, dass Vertrauen haben zu können, nicht selbstverständlich ist. Anders gesagt, wenn ich vertraue, heißt es nicht, dass ich Grund dazu habe. Wurde von mir gelernt, lernen wir mit den Jahren – und der dazugehörigen Tüte Schmerz. Wie ist es heute und nun? Vertraue ich einem Menschen sogleich, wenn ich ihm begegnet bin? Antwort nein. Vertrauen baut sich, es tüftelt sich. Wir geben einen Vorschusskredit, mit dem es bitte gut umzugehen gilt. Wenn dann ein paar Dinge funktionieren, dann reichen wir vorsichtig den Teller mit ein paar Krümeln Vertrauen rüber und danach mit ein paar mehr. Ist das schon das Vertrauen ins Wir? Antwort wieder nein. In dem Wir meines Heute lese ich das aus, wie ich es aus meiner Ur-Familie kenne. Ich vertraue nicht, ich weiß, dass der Mensch meines Wir, nichts anderes über mich spricht, als das, was er mir gerade sagte. Er sagt und denkt das liebend, was er sagt, zu mir und zu anderen. Und es gibt keine Abweichung von diesem Prinzip – und darein vertraue ich nicht, sondern ich weiß es! Und dieses Wissen – das ist die Ernte des Wir.
