An diesem Sommernachmittag vor ein paar Tagen bedachte mich das Leben mit einem Riesengeschenk, unahnbar, nicht planbar. Vor über 10 Jahren hatte ich meine Freundin an eine eigentlich blöde Auseinandersetzung verloren. Es ging um Hund und Hundehaltung, da ist man-frau schnell mal anderer Meinung. Wir beiden Frauen gingen auseinander, ließen so viele gelebte, durchdachte, durchfreute und durchweinte Jahre zurück und keine von uns beiden drückte auf den Knopf, um die Nummer der anderen zu wählen. Erstaunlich, dass wir uns nie trafen, denn wir wohnen beide im Chiemgau, 10 Kilometer auseinander. Dann kam dieser Sommernachmittag, ich war tanken, bezahlte, drehte mich um und da stand sie direkt hinter mir, oder eben vor mir, die Freundin der so vielen Erlebnisse. Sie stand als nächste an der Theke, wir liefen quasi ineinander. Wären wir uns im Edeka begegnet und hätten Raum gehabt, ich glaube, wir wären uns ausgewichen. Aber das ging hier nicht, ich stand unmittelbar vor ihren Armen, die sie öffnete, weil es gar nicht anders ging. Ich lag kurz darin, war ganz nah bei ihr…feeling so good! Liebe Welt, wie bist du schlau und schön und Überraschungsintensiv! Ich kenne dieses goldene Herz von ihr. Es ist aus Gold. Nun ist der Moment passiert, das Leben hat deutlich gelächelt und es ist nun an uns, über den Schmerz drüberzusteigen, um auf seine andere Seite zu kommen, zu den wahren Erinnerungen, die tja, wahr sind. Und wieder stellt sich die altbackene Frage, wie stark ist die alte Narbe und der Stolz um sie und wie stark ist das Lieben, das sich auf die andere Seite der Waage packt und sagt, übrigens ich bin dann mal hier, hier wäre ich. Die Antwort ist, ich tippe stark auf das Lieben. Es veredelt. Mit dir bin ich noch mehr ich. Und das Tier und die Erinnerungen darum, verbindet uns zwei Frauen durch jede Zeit hindurch. Das Wir ist das Leuchten, das den Ring an meiner Hand glitzern lässt. Gold eben. Feeling Good.