Ich werde dieses unhysterische, in die Seele dringende Schluchzen der jungen Frau nie vergessen. Sie saß auf ihrem Platz in der Saalmitte und weinte, weinte. Die Transformationswoche ging zu Ende, die Stuhlreihen leerten sich. Wie immer war ich angereist für den letzten Tag und hatte die Durchgabe übermittelt, die Robert Betz besprach am Ende des 5 Tage-Seminars, dann machte er noch eine berührende Schluss-Meditation. Dieses Weinen der Frau nahm den Saal ein, obwohl es nicht übertrieben laut war. Zwei Transformationstherapeuten.innen saßen bei ihr, hielten sie und noch zwei Andere waren da. Sie war emotional gut versorgt, trotzdem zog es mich dorthin. Durch die Weinschübe hindurch eröffnete sich Stück für Stück die Geschichte. Die Frau kannte die Worte der geistigen Welt schon eine Weile, auch aus den Monatsbotschaften und das Thema hatte sie bisher eher genervt, die Sprache, die Metaphern, sie verstand wenig. Sie war für Transformation hier, nicht für Medialität und Spirit. Heute war alles anders, sie verstand jedes Wort, als ob es für sie gesprochen war. Und dann die Meditation, die ihr die Schönheit ihrer eigenen Medialität eröffnete. Ein Gefühl von geistigem Freisein, ein Hiersein und gerne in der Welt sein mit dem eigenen Geist und Leben, all das hatte sie heute erstmalig gefühlt und erlebt. Das Glücks zu leben, hätte sie heute völlig erfasst. Dann weinte sie wieder und sprach sich durch ihre Heilung, denn sie hatte die inneren Bilder gesehen, der vollkommenen Ächtung, des Verlacht-Werdens, das geschunden werden für die Haltung, medial zu leben. Ihr fast geborenes Kind wurde ihr aus dem Bauch getreten und dann weggenommen. Nachdem die Geschichte erzählt war, wurde es ruhiger um sie und um uns. Die Frau tauchte auf zu uns Umsitzenden, wunderschön in ihrer Verletzung und Heilung – sie wischte sich übers Gesicht und teilte ihr Lächeln mit uns. Nun haben wir gesiegt, sagte sie. Die Liebe hat gesiegt und die Medialität. Wir sitzen hier in einem Hotel in Mitteldeutschland und niemand tut uns etwas. Wir alle lachten erleichtert, ob ihrer Klarheit und Präsenz und begannen, die Taschentücher einzusammeln. Wir wollten nicht siegen, sagte sie ganz ruhig, wir haben es einfach getan. Später beim Abschied kam sie nochmals zu mir. Ich bin schwanger sagte sie und alles wird gut werden. Wir beide – und eben wir drei, waren kurz ganz still miteinander. Ja, Medialität hat uns gefordert, gejagt, gepeinigt. Heute ist sie in uns verankert, schön, nicht wegzudenken – und ein sicherer Ort.