In unseren Seminartagen im Juni war es so schön und so schön, es überall zu fühlen – das Mitgefühl. Beim Herzoffenen Zuhören an den Frühstückstischen. Im Seminar, wenn ein Prozess loslief, waren liebende Arme da, um aufzufangen. Bei der Begegnung auch mit anderen Gästen und dem Personal im Hotel. Wir können es. Wir haben uns damit beschäftigt, es ist in unseren Herzen solide verbaut, wir können es abrufen, fließen lassen, es ausgeben, wenn die Situation da ist. In den Kursen und der medialen Ausbildung der vergangenen 25 Jahre haben wir es intensiv durchgenommen und es in uns erfasst. Der Buddhismus war der größte Lehrer, Karuna, das tiefe Mitgefühl, basierend auf der Erkenntnis, dass alle Wesen miteinander verbunden sind. Und warum stellt sich die Frage, warum ist es so wichtig, warum brauchen wir die Lehre vom Mitgefühl heute noch, 2.500 Jahre nach Buddhas Dasein und seinen Nachfolgern? Weil eben die Lehre noch nicht durchdekliniert ist, noch nicht durchgedrungen ist, dass wir alle verbunden sind, spätestens durch den Atem, den wir alle tun. Weil eben die Nicht-Verbundenheit ihre sehr schmerzhaften Auswirkungen hat. Das Getrennt-Sein ist im Kollektiv angekommen und anberaumt einen gehörig großen Teil unserer aktuellen Welt. Jemand, der sich mit dem Anderen nicht verbunden fühlt, haut seinem Gegenüber mal schnell eine über den Kopf. Das Gefühl vom Verbunden-Sein würde das per se verbieten, denn wenn ich dir auf den Kopf haue, tue ich mir selbst auch weh. Und da die Unverbundenheit, die es möglich macht, dass wir uns gegenseitig Schmerz zufügen, gerade überall ist, in jedem Quadratmeter unserer Leben – ist Mitgefühl eine gute Zwischenstation. Es ist eine gute Möglichkeit, selbst wieder zurück zu klimmen zum Verbunden Sein. Und während ich zurückkehre und mich erinnere, spüre ich wunderbarerweise unterwegs selbst meine Liebe, übers Mitgefühl. By the way tue ich dem Anderen etwas Gutes, wenn ich ihn in die Arme nehme und er spürt, er ist nicht allein. In meinem privaten Leben sind seit einem Jahr zwei Ukrainer, ein Paar Mitte Dreißig, sie hilft mir im Haus, er im Garten. Aber es ist mehr noch, wir mögen uns, anerkennen uns, sind nach einem Jahr mehr als ein gutes Team. Immer wieder spüre ich meine Liebe durch mich und zu den Beiden, wenn wir zusammen arbeiten und wenn ich die Bilder sehe aus ihrem Land. Bilder, die im Fernsehen nicht veröffentlicht werden von Zerstörung und Gegeneinander. Bilder von ihrer Mama dort und den Geschwistern. Wir weinen zusammen und lachen auch. Wir sind selbstverständlich in unserer Liebe und dem Mitgefühl füreinander und miteinander. Liebe Welt für diesen Moment der Zeit
danke für das Gefühl des Mitgefühls.
