Jetzt habe ich den tatsächlichen Blick meiner Hündin verstanden. Eine Dame kam an uns vorbei, sympathisch, aber nicht zugewandt oder kommunikativ. Das ist komplett anders, wenn uns jemand entgegenkommt, uiih ein Eisbäär, so süüßß, ich hatte auch mal Einen. Dann geht die Party los und ich muss gucken, dass die Situation heile bleibt, denn Dshamila sagt, ja klar, freuen kann ich mich und die 40 Kilo Hund freuen sich dolle – und ich am anderen Ende der Leine muss gucken, dass niemand umfällt. Ziemlich ähnlich wie die Mama inmitten der begeisterten Passanten 4-Kopf-Schar, die eben diese Köpfe in den Kinderwagen stecken, ohhh wie liieb. Währenddessen wird die Luft dünn unterm Kinderwagen-Klappschirm und Mutti muss sehen, das ihr Säugling den Trubel überlebt. Die Situation mit der Dame, die ich beschreibe, war still. Die Dame kam auf uns zu und ihr Herz lächelte und ein wenig ihre Augen, kein Wort, keine Geste und auch Dshamila blieb ruhig. Es war der Hauch einer schönsten Wahrheit. Kaum eine Minute währte dieses Einverständnis Dame-Hündin. Und doch war es ein Moment, ein magic moment, der zählt. Ich merke an dieser Stelle an, was das einschlägige Hundebuch über den Maremmano Abruzzese schreibt. Diese Hunderasse ist introvertiert und nicht Menschenbezogen. Der Maremma ist kein Familienhund und lebt zurückgezogen. Ja klar, der musste früher im rauen Gebirge liegen und gucken, ob der Wolf kommt. Da ist selig lächeln keine schlaue Grundlage. Doch der Autor dieses Buches kennt meine Hündin nicht, die den Angreifer ausmachen würde, aber eben auch das Herzen-Lächeln des Menschen sieht…und es erwidert. In diesem reinen und stillen Austausch zwischen der unbekannten Dame und meiner Hündin, habe ich es kapiert. Es ist eine Währung, ein Pfund, ein Gulden, ein gültiger Schatz, dieses Herzen-Lächeln. Es ist eine aktive Gabe, eine bewusste Gabe, dieses Lächeln, das sich in der Welt hochrechnen kann, wie die Kugeln am Rechenschieber. Es ist Magie und Energie und das Gegenteil von zufällig. Es ist so wie Kamin anmachen und der Raum wird warm. Ich habe meine Hündin wieder ein Stück besser verstanden. Wir gehen weiter an diesen kalten Wintertag und ich summe leise…what the world needs now, is love sweet love. Und eben dieses Lächeln.